Nationalparks Deutschland

In Deutschland gibt es zurzeit 16 Nationalparks. Sie schützen damit inklusive der Wasserzonen in Nord- und Ostsee eine Fläche von über eine Millionen Hektar. Rechtlich erhalten die Nationalparks ihre Ermächtigungsnorm in § 24 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG).

Neben den Nationalparks gibt es in Deutschland außerdem weitere Schutzgebiete wie etwa Biotopenschutz, Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete und Biosphärenreservate und Naturparks.

Der älteste Nationalpark in Deutschland ist der Nationalpark Bayerischer Wald. Er befindet sich in Bayern und wurde bereits 1970 eingerichtet. Er schützt nahe der Grenze zu Tschechien eine Fläche von 24.250 Hektar.

 

Ältester Nationalpark im Bayerischen Wald

Man findet hier insbesondere Fichtenwälder sowie auch Tannen und Buchen sowie noch vorhandene Reste des Urwalds. Außerdem gibt es hier Hochmoore und Moorseen. Als Vertreter der Tierwelt findet man Biber, Fischotter, Fledermäuse und Luchse. Daneben Rotwild wie Hirsche, Rehe und Wildschweine. Auch seltene Vögel sind hier anzutreffen wie etwa Auerhuhn, Haselhuhn, Schwarzstörche, Wanderfalke und der Sperlingskauz.

Im Jahre 1978 folgte mit dem Nationalpark Berchtesgaden der zweiten Nationalpark in Bayern. Die größten Nationalparks befinden sich in Norddeutschland: der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer schützt gemeinsam mit dem kleineren Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer die besondere Landschaftszone des deutschen Wattenmeers.

Sie schützen Salzwiesen sowie Misch-, Schlick- und Sandwatt. Hier leben außerdem Seehunde, Kegelrobben, Schweinswale, Seeadler, Säbelschnäbler, Seeschwalben, Möwen, Gänse und Enten. Verbreitet sind im Watt auch Herz- und Miesmuschel, die Amerikanische Bohrmuschel, die Amerikanische Scheidenmuschel und die Sandklaffmuschel. Strandkrabben, Wattwürmer, Nordseegarnelen, Seepocken und Schollen sind ebenso hier heimisch wie Sandgrundel und Hornhechte.

Gemeinsam mit dem niederländischen Wattenmeer zählen die Nationalparks auch zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Das deutschlandweit am dünnsten besiedelte Mecklenburg-Vorpommern besitzt seit 1990 gleich drei Nationalparks: den Nationalpark Jasmund (mit den Kreidefelsen von Rügen), den Nationalpark Müritz (Mecklenburgische Seenplatte) und den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft (mit Lagunenlandschaft und artenreicher Flora und Fauna).

Der Nationalpark Sächsische Schweiz (seit 1990) liegt landschaftlich reizvoll an der Grenze zu Tschechien und schützt unter anderem das Elbsandsteingebirge, eine der reizvollsten Landschaften Deutschlands.

 

Auenlandschaften, Buchenurwälder und seltene Tiere

In Brandenburg existiert der Nationalpark Unteres Odertal seit 1995 und grenzt an den polnischen Landschaftsschutzpark Unteres Odertal (Park Krajobrazowy Dolina Dolnej Odry) und den Zehdener Landschaftsschutzpark (Cedynski Park Krajobrazowy). Die großflächen Fluss-Auenlandschaften schützen Biber, Fischotter, Heckrinder, Störche, Seeadler, Zugvögel und Singschwäne sowie die seltene Flaumeiche.

Thüringen schützt mit dem Nationalpark Hainich seit 1997 insbesondere die heimischen Buchenwälder, diese sind zum Teil noch Urwälder und sind seit 2011 von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt.

Der Nationalpark Eifel befindet sich im dicht besiedelten Bundesland Nordrhein-Westfalen und schützt unweit der belgischen Grenze seit 2004 einen Bereich zwischen Eifel und Hohen Venn. Geschützt sind die Urfttalsperre und Teile des ehemaligen Truppenübungsplatzes Vogelsang. Ausgebildete Ranger und Waldführer zeigen bei Touren die Laub- und Nadelwälder, Bäche, Seen sowie Wildkatzen, Störche und seltene Eidechsen des Parks.

Der Nationalpark Kellerwald-Edersee (seit 2004) befindet sich in Hessen und beheimatet ebenfalls Buchenurwälder, die unter dem Schutz der UNESCO stehen. Der Nationalpark Harz befindet sich in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt (seit 2006) und schützt Fichten- und Buchenwälder, sowie Moore, Granatklippen und Bäche. Hier lebt seit einigen Jahren wieder der ausgewilderte Europäische Luchs.

Am Hauptkamm des Nordschwarzwalds befindet sich der Nationalpark Schwarzwald. Er existiert seit 2014 und beinhaltet die üppigen heimischen Wälder, Bergkuppen und Hochweiden sowie Moore der Region. Seit 2015 gibt es den Nationalpark Hunsrück-Hochwald, ein Park, der sich in Rheinland-Pfalz und dem Saarland befindet.