Klima in Deutschland

Deutschland  liegt in den gemäßigten Breiten Mitteleuropas und hat ein warmgemäßigtes Regenklima. Wetterextreme sind in dieser Klimazone eher selten. Das ganze Jahr über prägen meist ausgleichende Westwinde das Wetter. Dies bedeutet allerdings, dass die vom Atlantik einströmenden Regengebiete Deutschland  regelmäßig Niederschläge bringen.

Die Jahreszeiten sind zwar spürbar vorhanden, sind jedoch durch den ozeanischen Einfluss nicht so ausgeprägt wie beim Kontinentalklima beispielsweise im zentralen Nordamerika. Eine Ausnahme bilden Blockaden durch Hochdruckgebiete, die auch in Mitteleuropa längere Hitze- und Kälteperioden einbringen können.

Auch wenn die Deutschen gerne und oft über das Wetter schimpfen, so muss man feststellen, dass das Klima Deutschlands im Vergleich zu seiner nördlichen Breitenlage recht mild ist. Dies hat das Land auch dem mildernden Einfluss des Golfstroms zu verdanken. Der Effekt ist hierzulande zwar nicht so deutlich wie etwa im Süden Großbritanniens und Irland, aber doch vorhanden.

 

Regionale Unterschiede prägen das Wetter

Die regionalen Unterschiede innerhalb Deutschlands sind jedoch phasenweise beachtlich. Entscheidend hierfür sind insbesondere die Gebirge. Sie bilden Wetterbarrieren und schirmen manche Täler und Ebenen ab. Ebenfalls wichtig ist auch der mäßigende Einfluss der Wasserflächen an Nord- und Ostsee, wobei das Seeklima insbesondere an der Nordsee durch anhaltenden Wind als rau bezeichnet werden kann.

Als besonders milde und generell wärmste Region Deutschlands gilt der Oberrheingraben. Freiburg im Breisgau gilt vielen als die wärmste Stadt Deutschlands und während Hitzewellen wurden hier schon über 40 °C gemessen, sowie zahlreiche Tropennächte. Häufige Südwestwetterlagen bescheren der Region auch meist einen frühen Frühling und einen langen Herbst.

Deutschlands einzige Hochseeinsel ist Helgoland. Sie hat das mildeste Winterklima, allerdings auch relativ wenig Sonnenstunden im Winter (verstärkt auch aufgrund der nördlichen Lage). Die vom Golfstrom erwärmte Nordsee fungiert im Winter als Wärmespeicher, im Sommer kühlend. Allergiker bereisen die Insel das ganze Jahr über gerne, da hier kaum Pollen fliegen.

Im Westen und Süden Deutschlands gibt es mehr Niederschläge, als im trockeneren Osten. Im Osten Deutschlands wird das Klima aufgrund der größeren Entfernung zum Atlantik kontinentaler und trockener. Im Sommer besteht hier durchaus bei anhaltenden Dürren erhöhte Waldbrandgefahr. Dafür ist die Zahl der Sonnenstunden zum Beispiel in Brandenburg aber auch Berlin hoch. Lang anhaltende Sommer und die zahlreichen Seen und Flüsse machen die Region dann zu einem attraktiven Urlaubsgebiet.

 

Ostsee mehr Sonne als Nordsee

Auch an den Küsten bemerkt man ebenfalls einen Unterschied zwischen Westen und Osten. Insbesondere die Küstenzonen von Mecklenburg-Vorpommern erhalten reichlich Sonnenstunden, ebenso wie die vorgelagerten Inseln Usedom und Rügen. Nordwestdeutschland hat dagegen eher weniger Sonnenstunden im Jahresvergleich.

Dafür sind die Winter am Niederrhein besonders warm, da hier die Nähe zum Meer und die flache Landschaft dominieren. Im Osten Deutschlands, aber auch in den höheren Gebirgslagen insbesondere den Alpen werden kältere, schneereiche Winter verzeichnet. Es gibt zwar durchaus Winter mit kaum Schnee in Deutschland, meistens erhalten aber besonders die höheren Lagen der Alpen aber auch der Mittelgebirge wie das Sauerland und das Erzgebirge Schnee im Winter, so dass an vielen Orten Deutschlands Wintersport und -urlaub möglich ist.

In den Alpen tritt regelmäßig der Föhn auf, der im Winter den betroffenen Regionen Bayerns und Baden-Württembergs warme und trockene Luft aus dem Süden mitbringt. Er führt zu einem deutlichen Temperaturanstieg und zu Tauwetter und wird aufgrund des schnellen Wetterwechsels von vielen Menschen eher als belastend empfunden.

Naturkatastrophen sind in Deutschland durch die ausgleichenden Westwinde eher selten. Verschiedene Orkantiefs können insbesondere Norddeutschland im Herbst und Winter beeinflussen. Süd- und Ostdeutschland sowie Städte an Flüssen können durch Schneeschmelzen und/ oder anhaltende Niederschläge Zerstörungen durch Überschwemmungen (Oderhochwasser 1997, Elbehochwasser 2002) erleiden. Hagel tritt eher in Süddeutschland auf, Gewitter können im Sommer deutschlandweit auftreten sowie auch seltene Tornados.