Leben

Es ist sicher nicht einfach, den Begriff „Leben“ in seiner Gesamtheit zu erfassen.

Viele Wissenschaften wie beispielsweise die Biologie, Chemie oder Philosophie beschäftigen sich schon seit Jahrtausenden mit dem „Leben“, haben dabei aber immer nur einen für sie relevanten Teilbereich im Blickfeld.

Im Vital-Dreieck wird das Privatleben elementar bestimmt vom Zustand der individuellen Gesundheit. Ein harmonisches Leben findet seinen idealen Zustand in einer gesunden körperlichen, geistigen und seelischen Verfassung.

Sehr häufig verwendet man heute den Begriff „Leben“ im Zusammenhang mit Privatleben und Berufsleben. Nicht erst seit dem Aufkommen von Ideen zur Work-Life-Balance streitet die Menschheit über die Frage, ob der Job und das Privatleben zusammengehören oder der Beruf getrennt vom „wahren“ Leben angesehen wird.

Japanischer Garten

Je vielfältiger eine Landschaft, desto entscheidender die Perspektive der Betrachtung.

Man könnte auch sagen: Integration der Pflicht in die Kür oder lieber ein getrenntes Programm? Die Unterscheidung zwischen Freiwilligkeit und Pflicht  (Privatleben und Job) sollte aber nie die Differenzierung zwischen Gut und Böse sein.

Denken Sie positiv: Pflichtaufgaben können auch Spaß machen und gehören genauso zu einem erfüllten Leben wie freiwillige Aktivitäten in der Freizeit.

 

Perspektivwechsel zur Selbsterkenntnis

Möchten wir Zufriedenheit erlangen, sollten wir unter anderem einen Ausgleich zwischen Privatleben und Job finden. Und selbst Menschen, die keinen Job ausüben (z.B. Rentner und Pensionäre) haben Pflichtaufgaben.

Daher betrifft dieses Thema letztlich alle. Jeder sollte deshalb grundlegend seine eigene Wohlfühlzone zwischen Freiwilligkeit und Pflicht definieren. Das ist jedoch nicht einfach und setzt voraus sich selbst und seine wahren Bedürfnisse zu kennen.

Sich selbst und das eigene Leben zu verstehen ist jedoch die schwierigste Wissenschaft auf Erden.

Wer sich selbst versteht, hat mehr als einen Doktortitel verdient. Es gibt viele Schwierigkeiten auf diesem Weg zur individuellen Selbsterkenntnis. Eine besonders große Hürde ist die Angst und die Flucht vor den eigenen Schwächen. So einfach wir die Schwächen unserer Mitmenschen entdecken, so schwer fällt uns der Blick auf uns selbst!

Das Problem hierbei ist der subjektive Blickwinkel. Um uns selbst zu erkennen dürfen wir nicht wie gewohnt die Welt als ICH wahrnehmen, sondern den Blick der Welt auf das ICH betrachten.

Wir müssen einen Perspektivwechsel vollziehen, um uns kennenzulernen.

Nicht ohne Grund sagt man: Den kenne ich besser, als er sich selbst! (vermutlich kann der andere das Kompliment zurückgeben!).

Das trifft in vielen Fällen zu und deshalb ist der Perspektivwechsel schwierig, aber unerlässlich.

An diesem scheitern jedoch die meisten. Wer hat dafür auch heute noch Nerven und Zeit? Es geht schließlich um Wachstum und Gewinnmaximierung. Die nächste Sondertilgung steht an, es ist nur noch ein Parkplatz frei und der Urlaub muss gebucht werden. Sonst verstreichen Fristen bzw. es ist nichts mehr zu haben.

Der Kampf um Ressourcen erscheint im Alltag allgegenwärtig. Wer zu langsam ist steht am Ende mit leeren Händen da, oder? Zumindest glauben wir das und lassen uns immer weiter antreiben. Wer kennt nicht den „frühen Vogel“ mit dem Wurm im Schnabel?

Wir müssen uns aber die Zeit nehmen. Sei es zur Selbstreflexion oder zur Entscheidungsfindung in den elementar wichtigen Fragen unseres Lebens.

Die Objektivität in der Betrachtung auf uns selbst ist unverzichtbar, um zu erkennen wer wir sind und wo unsere Möglichkeiten liegen.

Wenn uns dies gelingt, haben wir beste Möglichkeiten in unserem Leben die „richtigen“ Entscheidungen zu treffen. Oder zumindest passende und gute Entscheidungen, denn „richtig“ ist in diesem Zusammenhang letztlich zu eindeutig. Bekanntlich führen oft viele Wege zum Ziel oder nach Rom.

Sei es bei der Heirat, der Berufswahl, der Wahl unserer Freunde, unserer Hobbys oder beim Hauskauf. Ein Perspektivwechsel und eine Auszeit zur gründlichen Entscheidungsfindung ist wichtig und zahlt sich nachher für gewöhnlich aus.

„Perspektivwechsel“ heißt dabei nicht, es der Welt ab jetzt immer Recht zu machen und das zu werden, was andere an mir sehen wollen. Das Projekt so aufzuziehen wäre schlecht und würde scheitern!

Wir müssen uns mit den Augen der anderen sehen, aber das sein und werden was wir wollen. Im Idealfall mit Objektivität und einem realistischen Optimismus!

 

Mit Objektivität die Gegenkräfte finden

Wir müssen nachvollziehen, wie unsere Beziehungen zu den Kräften in unserem Umfeld funktionieren. Wo ergeben sich Reibungspunkte und was kann man machen, um diesen entgegenzusteuern.

Dies erfordert einen weiten Horizont und ein hohes Interesse an meiner Umwelt.

Meist hat man dabei mehr Kraft und mehr Möglichkeiten, als man annimmt. Wer allerdings glaubt von nun an sein Leben „in die Hand zu nehmen“, der leidet an Selbstüberschätzung und ignoriert die vielen Gegenpole zu seinen persönlichen Vorhaben.

Wir müssen mit den Kräften um uns herum zusammenarbeiten, nicht gegen sie.

Je nachdem kann ein radikaler Befreiungsschlag oder Systemausstieg zwar Sinn machen, aber ein sanfter und kontinuierlicher Wandel ist unter normalen Bedingungen immer sinnvoller, nachhaltiger und weniger risikoreich.

Seien Sie nicht zu streng mit sich selbst und gönnen Sie sich Ruhe und Zeit, um den richtigen Weg zu finden. Auch einmal ein paar Schritte zurück sind erlaubt, wenn man feststellt auf dem Holzweg gewesen zu sein.

Wenn man sich und seine Gegenkräfte objektiv betrachtet, fällt es einem leichter seinen Lebensweg zu finden!

 

Höhepunkte und Tiefpunkte harmonisieren

Eine effektive Art sich selbst zu verstehen ist der Trick die jeweiligen Tageshöhen und Tagestiefen zu betrachten. Emotionale Höhe- und Tiefpunkte sind immer starke Verschiebungen zwischen Yin und Yang und daher außerhalb der Harmonie.

höhepunkte und tiefpunkte im leben

Leben in Harmonie.

Welche Personen, Gegenstände oder Situationen bescheren mir diese Höhe- und Tiefpunkte. Sind die Höhepunkte echt? Waren die Tiefpunkte vermeidbar? Habe ich dieses Lob oder diese Kritik verdient?

Wer meint es wirklich gut (und schlecht) mit mir?

Passen meine Freunde zu mir oder sind auch Menschen dabei, für die ich mich aufopfere, aber von diesen selbst nur Kritik ernte? Die Unterscheidung zwischen Freund und Feind ist meist zu pauschal. Yin und Yang sind oft differenzierter verteilt, als man denkt und ein falscher Freund ist schlimmer als ein ehrlicher Gegner.

Wer oder was ist in der betreffenden Situation meine eigentliche Gegenkraft und wie beeinflusst sie mich?

Gegenkräfte sind für uns unangenehm, bieten aber auch die Möglichkeit uns selbst zum Positiven zu verändern.

Es mag paradox erscheinen, aber Gegenkräfte bringen einen manchmal viel zielorientierter zu dauerhaftem Erfolg, als Unterstützer.

Jeder möchte ein möglichst glückliches Leben führen. Das wahre glückliche Leben ist aber nicht das Leben im Überfluss, sondern das harmonische Leben in Zufriedenheit. Wer ein glückliches Leben im Gleichgewicht der Kräfte Yin und Yang führen möchte, der sollte seine Höhe- und Tiefpunkte erkennen und versuchen diese kontrolliert in seinem Sinne zu harmonisieren.

Ursächliche Kräfte für unsere Tiefpunkte können durch eine objektive Analyse erkannt werden. Wir haben dann die Möglichkeit uns auf diese einzustellen oder entsprechende Gegenkräfte gezielt einzusetzen. Dies können innere und/oder äußere Kräfte sein.

Nicht jedes Problem ist lösbar und nicht jede kritische Situation vermeidbar. Aber wir können durch unser Handeln nahe am Optimum leben und Sicherheit erlangen. Dabei muss nicht die erste Idee zum Erfolg führen. Wichtig ist, dass man sich nicht entmutigen lässt und irgendwann wird man eine zuverlässige Gegenkraft zur Harmonisierung finden.

Das Prinzip von Yin und Yang lässt natürlich auch positive spontane und überschwängliche Emotionen zu. Glücksmomente und Freude sind durchaus willkommen. Wer das Prinzip von Yin und Yang jedoch verinnerlicht hat, kann aufkommende Freude länger auskosten.

Jeder Surfer freut sich über schöne, lang andauernde Wellen. Ein Tsunami aber bringt ihn zu Fall.

Es gibt natürlich ganz konkrete Fragen im Leben zu klären. Ist man mit seinem Partner/seiner Partnerin wirklich glücklich? Liebe ich und bin ich ein liebenswerter Mensch? Habe ich den richtigen Job gewählt und macht mir dieser auch heute noch Spaß? Habe ich den richtigen Ausgleich in meiner Freizeit? Habe ich die richtigen Freunde?

Und vor allen Dingen: achte ich auf mich selbst und meine Gesundheit?

Diese Faktoren sind wichtig, denn diese bestimmen maßgeblich unser Leben. Hier sollte man seinen idealen persönlichen Ausgleichspunkt finden. Das ist nicht immer einfach, sind wir doch das Ergebnis von Jahrzehnte auf uns einwirkenden Erlebnissen.

 

Gegenkräfte positiv nutzen

Gerade im Umgang mit Menschen ist es hin und wieder unumgänglich eine deutliche Gegenposition einzunehmen.

Manchmal müssen wir harte Grenzen aufzeigen. Zeitweise ist ein klares „Nein!“ einfach angebracht. Dies ist absolut vereinbar mit dem Yin-Yang-Prinzip. Allerdings sollte man hiermit angemessen umgehen und keine unnötigen Fronten aufbauen.

Deutlichkeit muss nicht zwangsläufig mit Härte oder gar Unhöflichkeit verbunden werden. Falls möglich sollte man harte Entscheidungen charmant und diplomatisch bekannt geben, denn unnötige Härte lässt unnötige Gegenkräfte aufkommen.

Auch sollte man sich selbst nicht unnötig emotional hineinsteigern. Vermeintlich gute Berater sind zu hinterfragen. Leider wird man manchmal von anderen unnötig aufgewiegelt oder als Ochse vor deren Karren gespannt.

Wut und Zorn sind in diesem Fall schlechte Berater und verzerren die Objektivität sowie die wahre Beziehungsrelation von Yin und Yang.

Wobei Wut und Zorn im allgemeinen durchaus zu akzeptierende und nicht zu unterdrückende Elemente unseres Lebens sein sollten. Wut und Zorn sind allerdings wohl dosiert hinauszulassen, anstatt zu unterdrücken.

Das Hineinfressen von Emotionen führt bekanntlich eher zu Krankheit, als zum Glück.

Trotzdem sollte man die richtige und angemessene Dosis finden und nicht in blinde Wut geraten. Sind wir ehrlich und leben unsere Gefühle angemessen aus, kann dies positive Veränderungen hervorrufen. Wut und Zorn sind letztlich auch immense Energien, die wir für uns nutzen können.

Bei Problemlösungen ist allerdings eine nüchterne Objektivität immer angebracht, auch wenn es schwer fällt. Wenn wir die verschiedenen Kräfte und Gegenkräfte erkennen, sind wir in der Lage uns in das System einzubinden und zu verwirklichen. Nutzen Sie die Kraft des positiven Denkens:

Oft ist die Gegenkraft nicht mein Feind, sondern hat teilweise auch positiven Einfluss auf mein Leben.

Neben Verständnis für die Gegenkräfte ist das Zusammenspiel mit den mich augenscheinlich unterstützenden Kräften wichtig. Arbeiten im Team ist immer erfolgreicher, als den Wettbewerb als Einzelkämpfer zu führen.

Seien Sie ein Teamplayer und feiern Sie Erfolge als Team. Nur das sichert den dauerhaften Erfolg für alle. In Krisen suchen Sie Hilfe bei Familie und Freunden, genauso wie diese bei Ihnen Hilfe finden.

Machen Sie aber Unterschiede und erzählen Sie nicht jedem blauäugig Ihre intimsten Geheimnisse. Freundschaft muss wachsen und das braucht Zeit und Vertrauen. Bedenken Sie immer, jeder Tag verändert die Welt – Schritt für Schritt.

Und aus Gegenkräften können Ihre Unterstützer werden, genauso wie umgekehrt!