Gesundheit

Eigentlich ist es jedem klar: Gesundheit ist die Grundlage der persönlichen physischen Existenz und das wertvollste Gut, dass wir haben.

Geld, Doktortitel, die Villa und der Sportwagen – diese Dinge sind alle nichts wert, wenn man krank ist.

Und trotzdem wird die eigene Gesundheit im verbissenen Alltagskampf des Berufs- und Privatlebens oft wenig beachtet. Im Vital-Dreieck zwischen Gesundheit, Privatleben und Job beeinflussen sich jedoch diese drei Bereiche gegenseitig.

japanischer garten

Der Weg durch einen Japanischen Garten.

Fundament des Lebens

Die Wechselbeziehung ist klar: Eine schlechte Gesundheit führt zu Krankheitszeiten auf der Arbeit und auch am Privatleben kann man nur eingeschränkt teilnehmen. Genauso bringen Probleme auf der Arbeit oder im Privatleben die Gesundheit in Bedrängnis.

Unsere Gesundheit ist das Fundament des Lebens. Wird dieses Fundament nicht gepflegt und saniert folgt unweigerlich ein größerer Schaden.

Das schönste und prächtigste Haus, der höchste Wolkenkratzer bricht letztlich zusammen, wenn das Fundament zerfällt.  

Es leuchtet jedem ein, dass ein ausgeglichener Lebenswandel ohne dauerhafte Extrembelastungen für die Gesundheit große Vorzüge bietet.

Dies bedeutet nicht, dass man nicht auch einmal über die Strenge schlagen darf. Das auf Dauer angelegte Lebenskonzept und der Alltag sollten jedoch auf einen Ausgleich der Kräfte Yin und Yang ausgelegt sein.

Viele Krankheiten und Leiden entstehen durch Einseitigkeit. Körper, Seele und Geist leiden und es folgen auf dauerhafte einseitige Belastungen Störungen auf allen drei Ebenen, die letztlich zur Krankheit führen.

Sehr gefährlich ist in diesem Zusammenhang das Unterdrücken von Energien. Lassen wir unsere intensiven Gefühle im Alltag nicht zu, dann laufen wir Gefahr krank zu werden. Die aufgestauten Energien suchen sich eine Stelle des Körpers und hinterlassen dort ihre Spuren.

Eine Hauptursache für verschiedene Krankheiten wie Rückenleiden, Migräne, Tinnitus, Magen- und Darmprobleme, Depressionen (inklusive Burnout) sind Stress- und Unterdrückungsfaktoren – meist durch den Job, im privaten Bereich oder beidem.

Wenn einem die Arbeit „über den Kopf“ wächst, man sich zu sehr in seine Aufgaben verrennt und kaum Anerkennung erntet, dann lassen meist gesundheitliche Probleme nicht mehr lange auf sich warten.

Versuchen Sie gesundheitlichen Leiden vorzubeugen. Statt Symptome einseitig zu behandeln, müssen wir auch die Verhaltens- und Lebensmuster des Alltags harmonisieren.

Ist eine Krankheit erst einmal entstanden, ist die Behandlung weitaus schwieriger als eine gute auf Ausgleich ausgerichtete Vorbeugung. Ausgleich bedeutet in diesem Fall zum Beispiel Sport, Entspannung, Ruhephasen, Aktivitätsphasen und auch das Hinauslassen von aufgestauten Energien.

Da wir alle „nur“ Menschen sind, entstehen jeden Tag unzählige Emotionen in uns. Diese sollten wir in irgendeiner Form ausleben. Schaffen wir es im betreffenden Moment nicht, diese gegebenenfalls dosiert auszuleben, müssen wir mindestens zeitnah einen Ausgleich schaffen. Ob dies der Sandsack im Keller, das Jodeln im Wald, das Squashspiel oder das Toreschießen im Garten ist, bleibt dabei jedem selber überlassen.

 

Die traditionelle Chinesische Medizin

Die traditionelle Chinesische Medizin (TCM) zählt als jahrtausende alte Heilkunde zu den sanften Verfahren und unterscheidet anders als die klassische Schulmedizin zwischen Körper, Geist und Seele. Der Mensch ist hier ein Gebilde aus energetische Flüssen und Zusammenspielen.

Die Energie (Qi) durchströmt auf den Leitbahnen (Meridianen) den Körper, wie ein Fluss die Landschaft.

Wird der Fluss des Qi durch äußere Faktoren (zum Beispiel extremes Klima, mangelnde Hygiene oder schlechte Nahrung) oder innere Faktoren (zu viele Ängste, Zorn, Wut aber auch extreme Freude) gestört, schwindet die Harmonie. Es folgen früher oder später Krankheitssymptome. Wie bei einem aufgestauten Fluss kommt es zu innerlichen Überschwemmungen und Schäden.

Sowohl die Energie als auch die einzelnen Organe werden jeweils Yin (Herz, Niere) und Yang (Magen, Darm) zugeordnet. Eine Qi-Schwäche ist ebenso schädlich wie eine Qi-Fülle.

Nur eine harmonisch fließende Lebensenergie lässt auf einen gesunden Menschen schließen.

Behandlungsmethoden der Chinesischen Medizin sind die Akupunktur, Bewegungs- und Meditationsübungen (Qigong, Taijiquan), Massagen (Tuina, Shiatsu) sowie das Einhalten von Diäten und Ernährungsvorschlägen. Daneben kommen auch Arzneimittel zum Einsatz.

Insbesondere die sanften Bewegungsübungen (Innere Kampfkünste) wie Qigong und Taijiquan, aber auch die Akupunktur finden mittlerweile weltweit immer mehr Fürsprecher und Anwendung.

Lange wurde die TCM im Westen ignoriert. Mittlerweile setzt sich allerdings mehr und mehr die Einstellung durch, dass die westliche Schulmedizin durchaus durch Heilkundeverfahren wie die TCM sinnvoll ergänzt werden kann.

Man mag zur chinesischen Medizin stehen, wie man will. Einleuchtend ist auf jeden Fall der Ansatz, dass harmonische Bedingungen in einem ausgeglichenen Umfeld gesundheitsförderlich sind.

Dieses Prinzip macht sich auch das Feng Shui zu nutze, wo räumliche Barrieren im Wohn- und Lebensraum entfernt werden um Energien fließen zu lassen und damit den Wohlfühlfaktor zu erhöhen.

Wer starken Belastungen im Arbeitsleben ausgesetzt ist, braucht im Privatleben Ruhe und Erholung, aber auch Aktivität und Sport. Für Ausgleich gibt es dabei kein Patentrezept. Im Normalfall weiß der eigene Körper und Geist jedoch selbst, wonach er sich am meisten sehnt. Man muss sich selbst nur zuhören. Sich weniger künstlich zu Aktivitäten zwingen, sondern vielmehr das machen, worauf gerade eine spontane Lust aufkommt.

Wer frei sein will, der muss seinen eigenen Freiheitsdrang auch zulassen.

 

Ausgleich im Leben finden

Ein gutes Buch lesen, fernsehen, Musik hören oder tanzen. Zeit mit der Familie, den Freunden oder dem Haustier verbringen. Besuche von Museen, Konzerten, Theatern oder Fußballspielen schaffen neue Eindrücke und sind Beispiele für einen guten Ausgleich.

Powersportarten, Joggen, Fußball, Tennis sind ebenfalls ideal, um Stress durch Aktivität abzubauen.

Aber Vorsicht: Vermeiden Sie eine Überladung der Freizeit, denn Freizeitstress wirkt kontraproduktiv.

Für einen Gärtner kann ein Computerspiel ein Ausgleich sein. Für einen Menschen mit Bürotätigkeit bietet sich eher eine körperliche Aktivität an.

Stärken Sie mit dem Ausgleich den Gegenpol zu Ihrer Haupttätigkeit. Stärken Sie entweder ihre Yin- oder Yang-Kraft.

Gartenpflege

Gartenpflege als Ausgleich.

Sport hat gleich mehrere Vorteile: er wirkt befreiend auf Körper UND Geist. Übergewichtige profitieren dazu noch vom unterstützenden Abnehmeffekt. Glückshormone werden ebenfalls ausgeschüttet. Was will man mehr? Wichtig ist nur, dass man sich dabei nicht überfordert. Dies gilt sowohl beim Pensum, als auch bei der Auswahl der Sportart.

Ein sanfter Sport wie Nordic Walking oder Wandern kann dabei schon ausreichen. Es muss nicht immer eine Extremleistung sein. Zum Dampf ablassen eigenen sich allerdings auch sehr gut Ballsportarten.

Die deutlichen körperlichen und psychischen Belastungen in unserer „modernen“ Arbeitswelt führen nicht ohne Grund zu einem Ausbau von Wellness-, Spa- und Erholungsangeboten.

Die schönste Massage und das teuerste Wellnesswochenende nützen aber nichts, wenn nicht nachhaltig die Gründe von Erschöpfung hinterfragt werden und Anpassungen im Alltag erfolgen.

Es gilt einen Ausgleich zwischen Familie und Beruf, Karrierewillen und Bescheidenheit, Familie und Freunden, Pflicht und freiwilligem Engagement, Ruhe und Sport sowie vielen weiteren Faktoren zu schaffen.

Finden Sie den Mittelweg zwischen notwendigem Ernst, aber auch lockerer Heiterkeit. Ehrgeiz ist zwar manchmal angebracht, aber Verbissenheit und Ungeduld haben noch niemandem geholfen.

Vertreten Sie vielmehr ihren Standpunkt und erkennen sie, dass Sie nicht die Welt retten können. Manchmal muss man auch lernen auf die Kräfte von Yin und Yang zu vertrauen. Sie werden früher oder später den gewünschten Erfolg bringen.

Denken Sie außerdem an sich selbst. Das wird gerne vergessen. Die eigenen Bedürfnisse muss man zunächst mit Sorgfalt und Ruhe definieren.

Wer oder Was ist mir wirklich wichtig? Was mache ich freiwillig und was aus Tradition oder Pflichtgefühl?

Das ist nicht einfach und vom ein oder anderen Faktor muss man sich auch befreien. Ballast und unnötig Angehaftetes abwerfen und das Leben entrümpeln sind wichtige Faktoren zum Finden des richtigen Wegs zum Glück.

Auch Nein-Sagen ist ein wichtiger Prozess, den viele erst (wieder) lernen müssen. Den eigenen Standpunkt zu vertreten und dabei andere vielleicht zu verletzten belastet viele Menschen. Dies ist aber unumgänglich, will man selbst Zufriedenheit erlangen.

Letztlich muss man sowohl an sich selber, als auch an seinem Umfeld arbeiten.

Fachärzte können über mangelnde Patientenzahlen nicht klagen, ebenso wie Apotheken und Pharmaunternehmen. Die Frage ist, ob viele Medikamente nicht verzichtbar wären, wenn man rechtzeitig mehr auf Ausgleich setzen würde, als auf Bekämpfung von Symptomen.

Das haben mittlerweile auch viele Arbeitgeber erkannt. So wird dem Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie endlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Home Office, Teilzeit und andere Möglichkeiten helfen Müttern und Vätern neben dem Job auch für die Familie da zu sein.

Es gibt in manchen Unternehmen auch Angebote wie (kostenlose) Fitnesskurse, Yoga oder Rückengymnastik am Arbeitsplatz. Eine gute Idee, denn so setzt der Ausgleich der Kräfte bereits am Arbeitsplatz ein.

Das ist aber nur die halbe Miete. Auch im Privatleben müssen ausgeglichene Kräfte vorliegen. In jeder Partnerschaft muss dafür jeder zu seinem Recht kommen. Dazu zählen zum Beispiel auch einmal Frauenabende und Männerabende ohne den Partner. Genauso wie gemeinsame Stunden von Papa und Mama ohne die Kinder.

Genauso wie eine faire Aufteilung der Arbeitsbelastungen des Haushalts und Alltags. Was dabei als „fair“ zu bezeichnen ist, ist natürlich die spannenste Frage.

An dieser sind leider schon viele Beziehungen zerbrochen. Was fair ist, muss natürlich in einer Partnerschaft selbst ergründet werden. Diesbezüglich ein kleiner Hinweis: Generell neigt der Mensch dazu den anderen zu beneiden und sein Schicksal als das schlechtere anzusehen. Dann sieht man vieles nicht, was die/der Andere leistet.

 

Ausgewogene Ernährung als Grundlage

Ein wichtiger Punkt bei der persönlichen Lebensweise ist natürlich die Ernährung und das Gewicht des Körpers. Stress und unregelmäßiges Essverhalten strapazieren den Körper und führen oft zu Essstörungen.

Über- und Untergewicht sind die typischen ungesunden Beweise für unsere auf Gewinnmaximierung und wenig auf Ausgleich ausgerichtete Gesellschaft.

Das plötzliche Verlangen nach ungesundem, zu fettigem oder zuckerhaltigem Essen sind die Folge (Fressattacken).

Dabei ist eine ausgewogene Ernährung die beste Grundlage für ein gesundes Leben. Die besten Diäten nützen nichts, wenn man es nicht schafft seine Ernährungsgewohnheiten generell und dauerhaft auf den eigenen Typ anzupassen.

Neben allgemeinen Ernährungsregeln wie etwa die Zuführung von reichlich Gemüse und Obst, nicht zu viel Fleischkonsum, angemessene Kohlehydrate und ausreichend Flüssigkeit sind weitere Maßnahmen sinnvoll. So ist etwa eine zeitliche Regelmäßigkeit des Essens zu empfehlen.

Es ist außerdem wichtig sich Zeit zum Essen zu nehmen, dies gilt für die Zubereitung wie für die Nahrungsaufnahme.

Wählen Sie die Zutaten genau aus und stellen Sie fest, was Sie mögen und was Ihnen gut tut. Im Idealfall ist dies identisch, ansonsten müssen Sie etwas umstellen und einen Yin-Yang-Ausgleich finden.

Alkohol ist ebenso wie Süßigkeiten, Fastfood und Fertigprodukte zu meiden. Verlockende Power-Diäten sind wenig sinnvoll, da sie meist einseitig sind und den Körper unnötig stressen. Der Jojo-Effekt ist die logische Konsequenz dieser wenig auf Ausgleich ausgerichteten Verfahren.

Wer es schafft, seinem Body-Mass-Index (BMI) näher zu kommen, ist auf dem richtigen Weg. Der richtige Ansatz ist der Ansatz der kleinen Schritte. Nur dieser ist dauerhaft. Ein Hochspringer legt die Latte auch nicht direkt auf seinen persönlichen Rekord, sondern arbeitet sich an sein Ziel schrittweise heran.

Kleine Schritte führen nicht nur bei der Essumstellung kontinuierlich zum Erfolg, der Weg zu einem ausgeglichenen Yin und Yang-Konzept ist dann gestartet!

Wer als Übergewichtiger durch Umstellung auf eine gesunde Ernährungsweise 1 Kilo abnimmt, hat einen Pfad gefunden, der ihn zum idealen persönlichen Ausgleichspunkt bringen kann. Ganz im Gegensatz zu dem, der sich durch eine strenge Diät quält und früher oder später wieder seinen alten Essens- und Verhaltensmustern verfällt.